29. Mai 2024

Karriere auf dem Bau? - Na klar!!

Würdest Du Dich heute wieder für einen Bauberuf entscheiden? - Was braucht es, um auf dem Bau Karriere zu machen? Was war Dein Werdegang? und was gefällt heute noch an der Baubranche?

Text: Anita Bucher
Bilder: zvg

Fünf Männer, die auf dem Bau Karriere gemacht haben, blicken zurück. Kritisch analysieren sie ihren Werdegang, die heutigen Berufschancen und die Veränderungen, welche die Baubranche in den letzten Jahren/Jahrzehnten erlebt hat.
 

Max Ricci, Jg. 1992, Bauführer Hochbau bei Marti AG Bauunternehmung:
«Damals in der Maurerlehre musste ich ganz schön beissen. Bei Minusgraden bis spät in den Abend hinein eine Wand zu armieren, hat mich geschlaucht. Aber es hat auf jeden Fall nicht geschadet. Etwas erschaffen macht mir auch heute noch Spass. Genauso wie der Austausch mit verschiedensten Menschen. Als Bauführer helfe ich auch mal einem Bauarbeiter private Probleme mit der Wohnungsmiete zu lösen und kurz darauf sitze ich wieder mit einem Bauherrn in einer Sitzung, bei der es um Hunderttausende von Franken geht. Diese Vielfalt im Umgang mit verschiedensten Menschen und Gesellschaftsschichten gefällt mir sehr. – Könnte ich nochmals zurück, würde ich auf jeden Fall wieder einen Bauberuf wählen.»

Werdegang:
Maurer, Vorarbeiter, Bauführer, Nachdiplomstudium in Betriebsökonomie

Marcel Tanner, Jg. 1985, Geschäftsführer Bereuter Bau AG
«Das Bauen lag mir wohl bereits in den Genen. Schon mein Grossvater war Baumeister und mein Vater hatte eine Weile lang ein Baugeschäft. In der Lehre zum Landschaftsgärtner habe ich rasch gemerkt, dass mir das Bauen mehr Spass macht als die Pflanzen. Auf dem Bau kann ein junger Mensch schon sehr früh Verantwortung übernehmen und hat viele Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln oder sich zu spezialisieren. Wer anpackt, Biss hat und gerne Verantwortung übernimmt ist hier richtig. Nebst technischem Verständnis muss man heute als Kader vor allem gut mit Menschen umgehen können. Das ist immens wichtig, heute. Dann stehen einem viele Wege offen. Leider wird das Können eines Handwerkers heute oft nicht mehr geschätzt. Das ist sehr schade. Auch die Schnelllebigkeit, Hektik und Personalwechsel, die es heute auf dem Bau gibt, stellen uns vor Herausforderungen.»

Werdegang:
Landschaftsgärtner, Maurer, Bauführer, Baumeister

Marco Paternolli, Jg. 1966, eidg. Dipl. Baumeister, Landolt + Co. AG
Bauunternehmung, Niederlassungsleiter Zweigniederlassung Zürich und Leiter Ausführung, Umbau und Renovation

«Als junger Tiefbauzeichner-Lehrling in einer grösseren Bauunternehmung sah ich jeweils die Bauführer ein- und ausgehen und grosse Projekte begleiten. Da habe ich mir gesagt: Das will ich auch, und mich erkundigt, wie ich Bauführer werden kann. Aber eigentlich spielt es gar keine Rolle, wie man einsteigt. Die Baubranche bietet heute so viele Möglichkeiten sich weiterzuentwickeln, auch für junge Menschen, bei denen der «Knopf» etwas später aufgeht. Gute Handwerker sind sehr gesucht und werden gut entlöhnt. – Heue werden Bauprojekte in kürzester Zeit realisiert. Das ist sehr eindrücklich. Allerdings ist es technokratischer geworden. Früher reichte ein Handschlag für eine Abmachung, heute gibt es 30-seitige Werkverträge dafür. – Ob ich meinen Weg in der Baubranche nochmals gehen würde? Auf jeden Fall. Kein Tag ist wie der andere, wir bauen immer Prototypen. Das ist und bleibt hochspannend.»

Werdegang:
Tiefbauzeichner, Maurer, Offiziersschule, Bauführer, Baumeister

Severin Waibel, Jg. 1992, Leiter Akquisition & Kalkulation Terratech AG
«Dä Bau isch ehrlichi und ächti Büez. Damit identifiziere ich mich ganz stark. Als junger Mensch wollte ich, nach neun Jahren Schule, etwas mit den Händen machen. Draussen an der frischen Luft arbeiten, etwas bewegen, fühlen und sehen, was ich mache. Immer noch finde ich es unglaublich, zu sehen, was für Projekte wir realisieren, wenn wir Strassen, Bahnen, Häuser und vieles mehr erbauen. Wir sehen immer, was wir geleistet haben. Jedes Mal sind es Unikate, jedes Mal anders, jedes Mal neu. Wenn man sich wie ich in der Branche weiterbildet, neue Aufgaben entdeckt, neugierig und interessiert bleibt, gibt es so viel zu Lernen und zu Erleben.

Es gibt einen sehr hörenswerten Song… Eine Hymne für alle Bauarbeiter und Handwerker (Ohni Eus, wär Stei nur Stei). Im Refrain heisst es: Euses Handwerk tuät sich lohnä, es macht Dächer für Millionä, jedä Mah, jedi Frau jedäs Kind brucht es dihei Ich finde das einen sehr passenden und schönen Text.»

Werdegang:
Maurer, Bauingenieur, Projektierung und Bauleitung im Ingenieurtiefbau, Bauführer und Kalkulator im Spezialtiefbau

Daniel Hinnen, Jg. 1980, Geschäftsführer Hinnen AG
«Als Jugendlicher wollte ich trotz Baugeschäft in der Familie lieber Maschinenmechaniker werden. Rasch habe ich aber gemerkt, dass mir bei diesem Beruf die Perspektive gefehlt hat. So wurde es dann doch der Bau. Während der Bauführerschule habe ich ein Praxisjahr in Arosa verbracht. Das war sehr interessant. Hat man doch ganz andere Voraussetzungen bei Wetter, Transport und Organisation. Heute leite ich unseren Familienbetrieb in der 5. Generation. Bauen ist meiner Meinung nach das Interessanteste, was man machen kann. Man sieht etwas entstehen, etwas wachsen und dies immer wieder mit anderen Herausforderungen und Gegebenheiten. In der Baubranche kann auch sich jemand entwickeln, der den «Knopf» etwas später auftut. Das ist einzigartig und bietet keine andere Branche. Wenn man Maurer lernt, stehen einem so viele Möglichkeiten offen.
 – Ich würde auf jeden Fall wieder ins Baugewerbe wollen und ich bin überzeugt, dass ich auch ohne Baugeschäft in der Familie in der Baubranche gelandet wäre.»

Werdegang:
Maschinenmechaniker, Maurer, Bauführer, Familiengeschäft

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